Hygiene in der Arztpraxis

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Hygienekontrollen in Arztpraxen

Damit die Hygienevorschriften in ärztlichen Ordinationen erhalten bleiben, werden Überwachungen und Inspektionsbesuche vonseiten staatlicher Behörden durchgeführt.
Im Rahmen von stichprobenartigen Kontrollen durch Gesundheitsämter oder anderer zuständiger Behörden wird das Hygienemanagement durch Praxisbegehungen überprüft. Im Falle einer Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Gesundheitspflege, ist man verpflichtet Auflagen und Ordnungsgelder abzugeben. In diesem Rahmen kann auch eine Einschränkung der Praxisbenutzung beantragt werden bis hin zur Schließung der Praxis.
Für die Rücksichtnahme der Hygienevorschriften sind mehrere Institutionen verantwortlich, unter anderem auch eine Vielzahl von Landes- und Bundesgesetzen, Verordnungen, behördlichen Empfehlungen sowie Normen und Regeln des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Dabei sollen Maßnahmen gegen zusätzliche gesundheitliche Schäden getroffen werden, indem die PraxismitarbeiterInnen und PatientInnen geschützt werden durch beispielsweise Desinfektionsmittel.
Infolgedessen bietet das Hygiene-System hilfreiche und unterstützende Angebote von Schulungen, Hygienepläne über einen Praxischeck bis hin zu passendenden Produkten. Dabei kann auch Bezug genommen werden auf regelmäßige Informationen, Neuerungen und Erfahrungen aus der Praxis.
In diesem Sinne freuen wir uns über ihr Interesse, ihre Reaktionen und eine treue Leserschaft!

Hygieneschulung

Hygieneschutz in Verbindung mit Desinfektionsmittel, ist in vielerlei Hinsicht ein relevantes Thema im Alltag, jedoch besonders in Bezug auf Praxen, welche mit erkrankten PatientInnen konfrontiert sind.
Dieses ist bereits in der Antike durch den Hippokratischen Eid als ein wichtiger Aspekt empfunden worden, nämlich den Schutz der Kranken vor Schäden zu bewahren. Dabei ist der Sinn und Zweck der Hygienevorschriften jener, dass die Gesundheit im normalen Zustand erhalten bleibt. Um den Zustand der PatientInnen in einer Praxis durch eine unzureichende Hygiene nicht zu verschlechtern, ist der Arbeitsschutz und die Benutzung von Desinfektionsmitteln ein wesentliches Merkmal, welches darauf abzielt den Schutz vor Unfällen und Gesundheitsgefahren zu erhalten, bezogen auch auf die MitarbeiterInnen einer Praxis. Hierbei ist sowohl der Schutz der PatientInnen, als auch der Schutz der MitarbeiterInnen gleichzustellen und im gegenseitigen Interesse.

Historischer Kontext der Desinfektionsmittel

Bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts konnte eine Verlängerung der Lebenszeit, als auch eine Verbesserung der Lebensqualität beobachtet und erreicht werden.
Für dieses Resultat spielen Präventionsstrategien und -programme eine entscheidende Rolle, welche geprägt waren durch Hygienemaßnahmen und auch die rasant steigende Gesundheitsentwicklung.
Aufgrund dessen ist die medizinische Welt, in dieser Hinsicht, ohne Desinfektionsmittel, die als Aufgabe eine erregerbekämpfende Wirkung haben, unvorstellbar.
Daher sollte die Hygiene nicht als Randthema, Kostenfaktor oder lästiges Begleitthema abgetan werden. Insbesondere ist auf die Wartezimmer zu achten, in denen sich Menschen mit übertragbaren Krankheitserregern befinden und die Ansteckungsgefahr hoch ist. Dabei ist zu bedenken, dass die Erreger nicht nur auf direktem Weg bzw. direkten Berührungen läuft, sondern auch indirekt über Gegenstände, Oberflächen oder dergleichen übertragen werden kann.

Einführung von Antibiotika

Durch die Einführung von Antibiotika Mitte des 20. Jahrhunderts wurde eine Bekämpfungsmöglichkeit gefunden, die eine wahre Euphorie auslöste. Durch die seltene Benutzung von Antibiotika wurde die vollständige Überwindung von Infektionskrankheiten prognostiziert und überwunden. Heutzutage ist ein überhöhter Einsatz von Antibiotika zu beobachten, welches sich negativ auf die Bekämpfung der Krankheitserreger auswirkt. Infolgedessen verlieren die Antibiotika bei überhöhtem Konsum ihre Wirkung, da die Erreger bakterieller Infektionen sich gegen diese schützen können und die Ausbreitung der dadurch entstandenen multi-resistenten Bakterien gelingt.
Es besteht dadurch die Gefahr, dass Antibiotika immer mehr ihre lebensrettende Wirkung verlieren. Umso wichtiger wird wieder die Rückkehr zur wichtigen Säule in der Gesundheitsprävention – die Hygiene.

Unterscheidung von Krankheitserregern

Hygienemaßnahmen haben den Sinn und Zweck potenzielle Krankheitserreger unter den Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten an der Vermehrung zu hindern. In einem weiteren Schritt muss eine Unterscheidung zwischen Keimen und Krankheitserregern ermittelt werden. Dabei ist zu beachten, dass die meisten Arten von Mikroorganismen für die Menschen keine Gefahr darstellen.
Deshalb ist eine Unterscheidung von Krankheitserregern, die den Menschen schaden, eine wichtige Voraussetzung, um diese auch bekämpfen zu können.
Wer hierbei einen Hygieneplan erstellt, weiß, wie er dem Risiko erfolgreich begegnet.

Hygienevorschriften

Für die Einhaltung der Hygienevorschriften gibt es Gesetze und Verordnungen, die allgemein verbindliche Zielvorgaben vorschreiben, ohne dabei auf die praktische Durchführung zur Zielerreichung einzugehen. Diese ergeben sich in der Regel aus den entsprechenden Rechtsverordnungen.
Insbesondere das Infektionsschutzgesetz macht jedoch in einigen Punkten klare Vorgaben bezüglich des Meldewesens, der Schutzimpfungen, der Praxisbegehung durch das Gesundheitsamt usw.

Im Folgenden wird eine Liste erstellt, welche die relevantesten Gesetze und Verordnungen mit deren Abkürzungen umfasst:

  • Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  • IfSG Meldepflicht-Anpassungsverordnung (IfSGMELDANPV)
  • Hygieneverordnung der Bundesländer, wie z. Bsp.: Hygieneverordnung BW (HygV BW)
  • Medizinproduktegesetz (MPG)
  • Medizinproduktebetreibergesetz (MPBetreibV)
  • Mess- und Eichgesetz (MessEG)
  • Mess- und Eichverordnung (MessEV)
  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001)
  • Biostoffverordnung (BioStoffV)
  • Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
  • Nachweisverordnung (NachwV)
  • Röntgenverordnung (RöV)
  • Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)
  • Gesetz zum Schutz vor nicht ionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG)
  • Transfusionsgesetz (TFG)

Weitere Gesetze und Verordnungen zum Thema „Der Arzt oder die Ärztin als ArbeitgeberIn“:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Arbeitsschutzverordnung zur künstlichen optischen Strahlung (OstrV)
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
  • Mutterschutzgesetz (MuSchG)

Praxisbegehung

Eine Praxisbegehung ist geregelt in den Richtlinien der Qualitätsbeurteilung nach § 136 Absatz 2 SGB V und der Vereinbarungen der Qualitätsbeurteilung nach § 135 Absatz 2 SGB V.
Das Infektionsschutzgesetz unter § 23 regelt, unter anderem die Begehung von Arztpraxen durch das Gesundheitsamt, dabei wird die Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen und Vorschriften überprüft. Darunter zu verstehen ist die Überprüfung von gegebenen Vorkommnissen in der Praxis, das bedeutet, dass beispielsweise durch ein Nichtbefinden eines Röntgengerätes, auch kein Röntgengesetz überprüft wird.

Eine generelle gesetzliche Ermächtigung zum Betreten und zur Besichtigung der Praxisräume besteht nicht. Praxisbegehungen dürfen nur nach ausdrücklichem Einverständnis des Arztes oder der Ärztin vollzogen werden. Hierbei kommt die Frage auf, ob ÄrztInnen ein Einverständnis verweigern können?
Bei einer kassenärztlichen Erteilung einer Zulassung wird automatisch auch eine Einverständniserklärung im Voraus erteilt, welche nicht widerrufen werden kann. Deshalb ist der Besuch vonseiten der Gesundheitsämter nach vorheriger Ankündigung gestattet und prüfbar hinsichtlich der gesetzlichen Vorgaben. Im Falle einer Praxisbegehung kann ein Praxischeck helfen, die Aufstellung der Praxis zu erkennen in Bezug auf den akuten oder nicht-dringenden Handlungsbedarf.

Voraussetzungen für den Praxiserhalt

In erster Linie werden drei Pflichtschulungen benötigt (jährlich wiederkehrend):

  • Verfahrensspezifische Hygieneschulung
  • Schulung nach Biostoffverordnung
  • Schulung nach Gefahrstoffverordnung

Weitere Schulungen:

  • Einmalige Datenschutzschulung
  • Schulung nach Infektionsschutzgesetz (alle zwei Jahre)
  • Arbeitssicherheitsschulung
  • Interne Mitarbeiterunterweisung in Hygiene- und Datenschutz usw.
  • Jährlicher interner Praxischeck als Vorbereitung für eine evtl. Praxisbegehung

Unterlagen:

  • Aushang von aktuellen Hygiene- und Desinfektionspläne
  • Griffbereites umfassendes Hygienehandbuch

Auf der Hygiene-System-Plattform befinden sich entsprechende Pläne sowie Informationen über zeit- und ortsunabhängige Schulungen, einen Praxistest und Produkte, die sich in die Hygiene- und Desinfektionspläne einbinden lassen. Zusätzlich wird auch eine Betreuung vor Ort bereitgestellt.
Zusammenfassend ein ganzes Paket, welches Sie sorglos auf das nächste Praxisbegehen vorbereitet!

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